Wie man mit Kindern nicht in die USA einreist

Neulich wurde ich nach meiner größten Reisepanne gefragt. Hätte ich da schon gewusst, was ich JETZT weiß, wäre meine Antwort vielleicht anders ausgefallen. Wobei schon einiges dazu gehört, zu seinen peinlichen Pannen zu stehen.

Meine Megapleite fiel zum Glück nicht groß auf. Mein einziges Instagram zu dieser Reise war schnell gelöscht. Aber nachdem ich mich jetzt fast 5 Tage zuhause verschanzt habe, ist es an der Zeit, Butter bei die Fische zu tun, wie man im Sauerland so schön sagt.

Zu doof für die Karibik?

Es sollte nach San Juan gehen. Puerto Rico. Wie wundervoll das schon klingt! Ganz karibisch eben! Und wie ihr aus einem meiner letzten Posts spätestens wisst: Wer nach Puerto Rico fliegt, reist in die USA ein! NATÜRLICH wusste ich das auch. Und NATÜRLICH wusste ich auch, was das bedeutet! Mein ESTA war noch gültig dank meines Roadtrip durch die USA. Die Kids hatten jeweils einen eigenen Reisepass, benötigten also lediglich eigene ESTA Anträge. Das war schnell erledigt.

Auf den letzten Drücker holten wir uns die notwendigen Impfungen ab und blechten dafür über 450 €. Ganz abgesehen davon, dass ich dabei fast einem Herzinfarkt erlegen wäre. Ich kaufte zwei neue Rucksäcke. Ich buchte Unterkünfte via AirBnB, Hotels und einen Mietwagen. Alles super individuell. Bis uns auffiel, dass wir *eventuell* ohne internationalen Führerschein einfach kein Auto in den USA bekämen.

Alos hetzte ich auf den letzten Drücker zum Amt, beantragte zum einen den Führerschein im Scheckkartenformat, ohne den es den internationalen gar nicht gibt (und nein, bisher gab es einfach keinen echten Grund sich von dem alten rosa Lappen zu trennen) und damit eben auch den internationalen. Weil ich nur noch ein biometrisches Foto besass, schmiss ich 7 € in den beschissenen Fotoautomaten im Amt und der spuckte, wie zu erwarten war, ein noch beschisseneres Foto aus.

Auch das war mir egal. Es war schliesslich nur für den internationalen gedacht. 3 Tage später, am Freitag Mittag – einen Tag vor Abflug – um 5 Minuten vor 12 und somit 5 Minuten vor Schliessungszeit des Amtes, lief der Bote ein, der unter anderem meinen Führerschein dabei hatte.

Also, hey. Geht doch! Alles easy. (Ok, ein bisschen knapp war’s schon.)

Ich erledigte letzte Einkäufe, begann langsam den Koffer zu packen, iPads zu synchen bis der Rechner voll war. Was man in der Nacht vor dem Abflug eben so macht. Am nächsten Morgen um 5 klingelte mein Wecker. Duschen, letztes Zeug einpacken, Kinder wecken, los. Die Karibik wartet! Woohoo!

S-Bahn, ICE, Frankfurter Flughafen. Alles super entspannt und so stehen wir pünktlich 2 Stunden vor Abflug am Condor Check In und schieben die Pässe über den Counter.

“Uh oh.”

Auf das Geräusch der Dame reagierte ich nicht. Schliesslich fliege ich in den Urlaub und alles ist super.

“UH OH.” Sie wurde lauter.

Hatte sie Uh Oh gesagt? Was sollte denn das heißen? UH OH!

Sie begann, mit hochgezogener Augenbraue die Pässe durch zu blättern.

Ich verstand immer noch nix. Schliesslich wusste ich, was ich alles vorbereitet hatte. Es gab also keinen Grund für ein “Uh oh” mit hochgezogener Augenbraue. Ok, ich hatte meinen extra-ESTA-Ausdruck nicht gefunden, aber …

Nun klinkte sich die Dame in meine Gedanken ein.

“Sind das die Reisepässe für ihre Kinder?” 

“Uhm. Ja. WIESO?”

“Naja.” Und die Augenbraue rutschte dabei noch höher und jetzt fiel mir auch der Mundwinkel auf, der irgendwie nicht gut aussah. Nicht gut im Sinne von ‘Hier stimmt was nicht.’

“Mit diesen Pässen werden Sie nicht in die USA einreisen können. Die Kinderpässe sind nicht biometrisch.” 

Pfffommp.

Plötzlich war es still um uns herum. Alles bewegte sich in Zeitlupe. Bewegte sich überhaupt etwas? Mein Herz. Schlug es noch? Hallo?

Kennt ihr das? Momente, die sich anfühlen, als würde die Erde aufhören sich zu drehen? So als hätte dir jemand mit Schwung in den Magen geboxt. Das passiert kurz bevor du denkst, dass du träumst. Klar. Du musst ja träumen. DAS hier KANN gerade so nicht stattfinden.

Fand es aber leider doch. Nicht in die USA einreisen oder nicht nach Puerto Rico fliegen oder keinen Urlaub machen oder wieder nach Köln zurück und zwar JETZT und nicht in 2 Wochen!

OMG. Da half auch kein Drehen und wenden, kein halbherziges telefonieren, kein sinnloser Anruf beim amerikanischen Generalkonsulat an einem Samstag Morgen. Kein heulen und nix. Es hiess klipp und klar:

“Deine Reise nach Puerto Rico wird nicht stattfinden!”

Ich sah die Kinder an.

“Mama, fahren wir nicht in den Urlaub?”

Ich tat mein in dem Moment bestmögliches um das zu erklären. Es zerriss mir das Herz. Enttäuschte Kinderaugen machen so was. Herzen zerreissen. Vor allem wenn man selbst Schuld daran ist!

Nach nur wenigen Minuten sagte der Kurze:

“Ach Mama, es ist nicht schlimm, dass wir nicht nach Puerto Rico fahren. Du kannst ja nichts dafür.”

Oh mein Gott. Ich drückte sie und versuchte, mich wieder in den Griff zu kriegen. Doch das Mitfühlen der Kinder machte es nur zum Teil besser, eigentlich versetzte es mir auch einen weiteren, heftigen, Stich.

Denn doch, natürlich hatte ICH es verbockt. Nur ich. Doch was war da schief gelaufen? Ich versuchte darüber nachzudenken, während wir so schnell wie möglich Land gewannen um vom Flughafen weg zu kommen, neue Zugtickets zu kaufen und nach Hause zu fahren.

Aber jetzt, rückblickend, kann ich sagen, das war einer meiner schwärzesten Tage überhaupt. Den ganzen Tag lang flog mein Kopf in die Karibik. “Wo wären wir jetzt? Wie lange wären wir schon in der Luft? Jetzt wären wir da. Jetzt im Hotel…” Ätzend.

Sehr unschön war auch meine Aufgabe nach der Heimkehr: alle gebuchten Hotels, Unterkünfte und den Mietwagen stornieren! Schadensbegrenzung! Und das hieß teilweise auch, direkt in Puerto Rico anzurufen.

Nun hatte ich einige Nächte auf der Insel offen gelassen um spontan handeln zu können. Dadurch musste ich insgesamt *nur* 9 Übernachtungen absagen. Und dabei hatten wir verdammtes Glück!

  • Last Minute Stornierung Hotel in San Juan: kostenlos
  • Übernachtung im Dschungel: verfallen. Macht 198 $
  • Stornierung Übernachtung AirBnB Part 1: teilweise verfallen. Macht 250 €
  • Stornierung Übernachtung AirBnB Part 2: kostenlos! (bis auf Gebühr)
  • Stornierung Mietwagen Sunny Cars: 50 € (Puh!)

Vor allem beim Punkt Mietwagen war ich heilfroh, dass er überhaupt stornierbar war. Kurz vor knapp hatte ich mich noch gegen ein lokales und für ein internationales Unternehmen entschieden, da dort alle Versicherungen im Preis von ca. 700 € für 9 Tage Mietzeit (inkl. Abzug Presserabatt) eines Mitsubishi Outlanders enthalten waren. Ich hatte einfach ein besseres Gefühl dabei.

Wie konnte das bloß schief gehen?

Nun. Wir hatten damals bewusst eigene Pässe für die Jungs beantragt und sie eben NICHT in unseren Pässen eintragen lassen. Offenbar aber haben wir die schnellere und günstigere, damals noch mögliche Variante gewählt – und zwar die Nicht-biometrische. Das aber hatte ich komplett verdrängt und so leider nie infrage gestellt, dass die Pässe für eine Einreise in die USA so nicht ok sind. Für mich waren sie biometrisch und sahen aus wie unsere.

Zur Info: Zu erkennen sind biometrische Reisepässe am kleinen Quadrat auf der Vorderseite unten, das ein wenig an das Instagram Icon erinnert.

Und nun?

Also, zu der unfassbar großen Enttäuschung, nicht fliegen zu können, stellte sich Condor-sei-Dank sehr schnell unglaublich große Freude ein! Denn Condor buchte uns um auf Oktober – und das bedeutet: Puerto Rico fällt nicht komplett aus, sondern hat sich lediglich *einwenig* verschoben! Der Wahnsinn!

Was blieb war ein zweiwöchiges Sommerloch. Zwar überlegte ich beim vorbeizischen an den Super Last Minute Schaltern am Frankfurter Flughafen einfach bei irgendeiner Reise zuzuschlagen – aber wer 2 Wochen individuell in der Karibik geplant hatte, der ist sicherlich ein sehr schwer zu vermittelnder Urlauber. Ich gab auf. Auch eine Suche von zuhause spuckte kein sinnvolles spontan Reiseziel für die letzten Züge der Sommerferien aus.

Fast eine Woche lang hielt ich hier also die Füße still und erzählte nur von unserem kleinen Faux Pax wenn es nicht zu verhindern war. Es war zwar mit die entspannteste Woche seit Jahren, aber auch die frustrierendste! Ich hatte keine Termine, keinen Zeitdruck, keine Verabredungen, es rief niemand an, ich hatte nichts vor. Ich las ein Buch. Ich buchte zwei Flüge für Dezember (Newsletter sei Dank). Wir erledigten wichtige Dinge. Kauften längst überfällige Möbel.

Doch so richtig still halten kann ich die Füße nicht. Und so schlug ich zu als sich super spontan die Gelegenheit auftat, eine Woche in Dänemark zu verbringen – in einem kleinen Ferienhaus auf der Insel Fünen direkt am Strand. Ab Köln sind es knapp 7 Stunden Fahrt bis dorthin. Morgen früh geht es für die Jungs und mich los. Eine perfekte Gelegenheit, mein Kindheits-Dänemarktrauma endlich in den Wind zu schiessen!

Und jetzt ihr: Jeder, dem ich diese Geschichte erzählte, konnte mit einer eigenen Reisepanne glänzen. Einige waren auch gar nicht mal so schlecht. Was war eure schlimmste Reisepanne?

Mit großem Dank an die Airline Condor für die schnelle Umbuchungsaktion und an Visit Denmark für die Spontanität. 

34 Kommentare

  1. Mara

    Oh mein Gott, was ein Dreck. Das tut mir total Leid für Euch. Oh Gott, das schöne Geld! Aber dennoch wünsche ich Euch schon jetzt eine großartige Zeit im Oktober! Ich beineide Dich schrecklich – wie immer.

  2. Henning Kobbe

    Viel Spass in Dänemark! Als ich vor 4 Jahren mal in die USA reiste, machte ich mir keine Gedanken, dass mein Führerschein dort nicht akzeptiert werden könnte. Den Mietwagen bekam ich auch mit dem deutschen Führerschein (im Scheckkartenformat). Auf der Rückreise über Toronto ging ich davon aus, dass das Gepäck selbstverständlich vom Flughafenpersonal von Flugzeug zu Flugzeug umgeladen wird. Ein wenig wunderte ich mich allerdings, dass so viele Reisende ihre Koffer dabei hatten. Als ich in Hannover landete, wartete und wartete und wartete ich am Gepäckband auf meinen Koffer. Ziemlich spät kann eine Lautsprecherdurchsage, ich solle mich in einem Büro melden. Das tat ich und mir wurde dort eröffnet, dass mein Gepäck noch in Toronto war. Am nächsten Tag wurde es mir dann freundlicherweise bis an die Haustür gebracht

    1. Heike Kaufhold

      @Henning – Ohoho Glück gehabt! Heute wäre der herrenlose Koffer wahrscheinlich pulverisiert worden! :D bist du mit einem Mietwagen aus den USA nach Kanada gefahren?

  3. Tanja

    Ach Heike… Das tut mir leid für Dich!!
    Alles schlimm…aber was ein Glück, dass Condor Euch im Oktober wieder auf die Reise schickt ;-)

    Ich lese Deinen Blog sehr gern. Tolle Reiseberichte, wahnsinnige Touren, wundervolle (Instagram-)Eindrücke… Aber vor allem: Du schreibst toll und man hat das Gefühl, man nimmt ein Stück an Deinem (Reise-)Leben teil. Keine Hochglanz-Schreibe, sondern das echte Leben! Danke dafür! :-)

    …und nicht das erste Mal frage ich mich: Wie schafft sie das alles nur? Eine Wahnsinns-Popwerfrau! Kinder, Haushalt, Job, Reisen, Bloggen und sicherlich Vieles mehr. Hut ab!

    Also ich bin da viel döspaddeliger und hab keine Kinder “im Schlepptau” ;-)
    Für peinliche Reisegeschichten reicht hier nicht der Platz. Spontan fällt mir ein:

    Eltern hatten Finca auf Mallorca gebucht. Ganz jetsetlike hab ich zu Unizeiten mal ein verlängertes Wochenende gebucht. Alles easy, ging ja flott mit dem Internet. Die Tickets kamen rechtzeitig per Post (ja, das war damals noch so). Alles flott in die Tasche und ab ging’s. Sonntag Nachmittag plantschte ich noch versonnen um 15h im mehr. Vaters Nachfrage, wann mein Flieger ging, beantwortete ich lächelnd “Hab den letzten Flieger um 22h gebucht.” Tja, machte man ja nicht zum ersten Mal. 16h im Zimmer schaute ich dann doch noch mal – nur so zur Sicherheit – auf die Tickets. Die Zeit stand still. So wie bei Dir. Atmete ich noch?!? Da stand: Abflug 17h. Charter!
    Wie das meinen Eltern erklären??? Erstaunlicher Weise blieb mein Vater ganz cool. Ich stopfte mit einem Wisch alles in die Tasche, Rest müssten Eltern mitbringen. Im wahren Tiefflug ging’s zum Flughafen. Mit Vater so ein eingespieltes Team, als ob wir beim Parken vor dem Gate nichts andes als 007 geprobt hätten…
    Lächelnd empfing mich die Stewardess. Verspätung. 5h! Anflug Köln statt Düsseldorf. Ob ich auch einen Verzehrgutschein haben möchte? ;-)
    Manchmal sind so Verspätungen auch gut…

    Und ganz ehrlich, wenn alles glatt läuft, ist das Leben auch langweilig ;-)

    Freue mich auf Deinen Dänemarkbericht und ganz viel Spaß!!!

  4. dani

    Die Herzzerreißerei kann ich so was von nachfühlen…
    Und Kinder kann man inzwischen nicht mehr auf dem Reisepass der Eltern eintragen. Das habe ich vor sechs Jahren lernen müssen, als ich mich über dir Lächerlichkeit wunderte, von meiner drei Monate alten Tochter ein biometrisches Foto anfertigen lassen zu müssen.

    Mein peinlichstes Erlebnis: ein kaputter Magnetstreifen meiner Bankkarte in Istanbul. Ich habe glücklicherweise nach dem Ausprobieren von etwa 20 Automaten einen gefunden, der ohne Magnetstreifen arbeitet. Aber am Flughafen ankommen und keinen Pfennig Geld zu haben mit der Aussicht, dass das evtl. eine schlimme Woche wird…au.

    Habt eine schöne Woche in Dänemark!

    1. Heike Kaufhold

      @Dani – Hahaha! Auch schön. Kein Geld zu haben in Istanbul wäre extrem schade! Ich weiß gerad gar nicht, wie an Kohle kam, aber auf dem sinnigsten Wege hatte ich das auch nicht geschafft. Zumal ich Bargeld brauchte, bevor ich ins Taxi stieg. Bei uns konnte man damals offenbar noch zwischen zwei Pass-Fotoarten wählen. Vielen Dank für deine Geschichte!

  5. Hardy

    Das ist ja schon sche… ! Aber dennoch Gueck im Unglück. –
    Das mit dem internationalen Fuehrerschein verstehe ich jedoch nicht. Wer verlangt den hier in den USA eigentlich? – Ich habe meinen auch mal beantragt, bevor ich in die USA gezogen bin. Ich erinnere mich, dass ich auch prompt hier von der Polizei angehalten wurde. Ich reichte also stolz meinen antiquiert auf Papier gedruckten INTERNATIONALEN Fueherschein aus dem Autofenster, um dann in das voellig verwirrte Gesicht des Polizisten zu gucken. Der blätterte naemlich durch dieses “Buch” als haette man ihm gerade eben beigebracht wie man eine Seite in einem Buch umblättert. Als ich ihm schliesslich anbot ihm auch einen deutschen Fuehrerschein im Checkkartenformat zu zeigen, war der Mann völlig erleichtert. 30 Sekunden checken der Vorder- und Rueckseite und ich war wieder zurueck auf der Strasse. – Auch Autos mieten war mit dem deutschen Fuehrerschein (checkkarten format) nie ein Problem.

    1. Heike Kaufhold

      @Hardy – Ja, so richtig weiß ich auch nicht wie es sich verhält. Allerdings ist es in Puerto Rico Nichteinhaltung etwas anderes, und es wird auch von Mietwagenfirma zu Mietwagenfirma unterschiedlich sein. Ehrlich gesagt ist der internationale Lappen auch ein echt schlechter Witz! Solange es den nicht im scheckkartenformat gibt, glaube ich auch dass der deutsche reichen wird. Allerdings eher nicht der rosafarbene alte Lappen, den ich besaß. :-) ein Upgrade konnte nicht Schaden. Aber sehr interessant was du erzählst!

  6. Planet Hibbel

    OMG. Ich hätte nen hysterischen Heulanfall gekriegt. Aber immerhin dürft Ihr noch im Oktober fliegen. Das mit den Pässen wundert mich allerdings sehr. Mein Großer ist 6 Jahre alt und ist mit 9 Monaten das erste Mal in die USA geflogen. Und er hat damals schon direkt nen biometrischen Pass bekommen. Bei der Einreise gucken die wegen dem Babyfoto zwar immer etwas schräg, aber immerhin…biometrisch. So viel älter sind Deine Kinder doch nicht, oder? Sind die biometrischen Fotos nicht schon seit Jahren Pflicht? Bin echt verwundert. Ansonsten habe ich dieses Jahr unseren geplanten Campervan-Trip durch die USA absagen müssen, weil ich erst nach der Buchung des Dings anfing richtig zu planen und feststellen musste, dass das alles so lachhaft teuer ist, das ich direkt zu Viert auf die Seychellen hätte fliegen können. War ziemlich doof den Jungs verklickern zu müssen, das wir doch nicht campen gehen. Und 300 € Stornogebühr in den Wind geschossen. Naja…gibt Schlimmeres, ne? Viel Spaß in Dänemark. Ich liebe es dort.

  7. Ute

    Oh Heike, das tut mir total leid! Ich kann mir vorstellen, wie schlimm das sein muss… Mir wäre beinahe kürzlich auch so etwas ähnliches passiert. Reisepass liegt normalerweise IMMER an der selben Stelle und dann, 1 Stunde vor Abreise, stellte ich fest, dass er doch nicht dort war- unauffindbar. Hätte ich nicht noch einen weiteren, alten Pass mit noch 2 leeren Blättern in letzter Sekunde ausgegraben, wäre auch die ganze Reise flach gefallen. Der Teufel liegt immer im Detail und ich habe für mich festgestellt, dass ich durch die ganze Reiserei nachlässig oder auch “überroutiniert” geworden bin. Ich wünsche dir/euch eine schöne Woche in Dänemark!!! Wer weiß, wofür’s gut war ;) Lg aus Ostfriesland!

  8. Henning Kobbe

    @ Heike: Nein, es ging von Hannover über Toronto nach Florida und den gleichen Weg zurück. Den Mietwagen bekam ich in Florida.

    Noch eine Geschichte: Wir hatten ein Ferienhaus in Norwegen gebucht und auch die Fähre von Dänemark dorthin. Ich kalkulierte ausser Fahrzeit und Pausen noch eine Stunde für Eventualitäten ein. Wir starteten pünktlich, hatten bei Hamburg 30min Aufenthalt im Stau – kein Problem. Kurz hinter der Grenze in Dänemark gab es dann einen grossen Stau und die Zeit lief und lief… Als dann endlich nach mehr als einer Stunde wieder freie Fahrt war, versuchte ich, die verlorene Zeit aufzuholen. Das klappte auch ganz gut – aber nicht gut genug. Als wir endlich ankamen, sahen wir die Fähre und die Ladeklappe, die sich gerade zu schliessen begann. So durften wir den Abend und die Nacht im Auto verbringen und konnten erst am nächsten Vormittag nach Norwegen übersetzen.

  9. Chris

    OMG … das war mein erster Gedanke. Da steht man echt da wie ein begossener Pudel.

    Schon bei den ersten Zeilen habe ich mir gedacht, dass jetzt irgendetwas mit der Einreiseprozedur kommen muss. Ziemlich doof gelaufen – aber Kopf hoch! Als ehemaliger Mitarbeiter bei einem Nordamerika-Reiseveranstalter kann ich dir sagen, dass ihr nicht die Einzigen seid, denen genau das passiert ist. ;-)
    Die Geschichte an sich kommt mir also bekannt vor …

    In diesem Sinne viel Spaß in Dänemark und ich glaube fast, dass das der beste Europaurlaub überhaupt werden wird – denn irgendetwas Gutes muss das Missgeschick ja haben.

    LG, Chris

    P.S.: bzgl. meiner größten Reisepanne fällt mir gerade nichts ein – aber ich denke dann mal am Strand darüber nach ;-)

  10. Lindlahr

    Heike , ich kann 100% nachvollziehen wie es Dir mit Deiner US() Reise erging.Das sagt Einiges über den großen Bruder im Westen. Fyn ist toll. Es hat 62 Schlösser. Bin oft dort hin gesegelt und gefahren. Wenn Du dort englisch sprichst werden die Leute sehr sehr nett sein.Mein geheimtip: Hvedholm’s Slot, einer der besten Orte weltweit,

    (http://www.slotshotel.dk/index.php?Itemid=49), grüße mir Jutte. LG, Andreas

  11. Lindlahr

    Heike , ich kann 100% nachvollziehen wie es Dir mit Deiner US() Reise erging.Das sagt Einiges über den großen Bruder im Westen. Fyn ist toll. Es hat 62 Schlösser. Bin oft dort hin gesegelt und gefahren. Wenn Du dort englisch sprichst werden die Leute sehr sehr nett sein.Mein geheimtip: Hvedholm’s Slot, einer der besten Orte weltweit,

    (http://www.slotshotel.dk/index.php?Itemid=49), grüße mir Jutte. LG, Andreas

    1. Heike Kaufhold

      @Andreas – Vielen Dank für den Tipp! Das schaue ich mir gleich an! War zwar früher oft da oben, aber das ist locker 20 Jahre her. OMG! ;-)

  12. Madlen

    Oh, da habe ich so quasi meine Gefühle von vor 2,5 Jahren noch einmal durchlebt und weiss genau wie es sich anfühlt, sich wochenlang auf eine Reise zu freuen, die dann am Flughafen platzt. Ich fühlte mich tagelang leer. Ich war zwar nicht schuld, dass ich nicht nach Kolumbirn wie gewünscht kam, sondern das Iberia-Personal in Madrid, aber das machte die Sache auch nicht besser. Kurzerhand buchte ich einen neuen Flug nach Argentinien und blieb natürlich auf ner Menge Geld sitzen – weil mich Iberia in Madrid vom Flieger schmiss und behauptete, ich bräuchte ein Rückflugticket aus Kolumbien anstatt aus Brasilien. Mein kleines Iberia-Trauma…

    1. Heike Kaufhold

      @Madlen – Ohje, was war das los? Sie haben sich quasi stranden lassen? Da kannst du ja auch gar nichts machen. Und das Geld war futsch. Aber das Gefühl, am Check In zu scheitern werde ich wohl nie vergessen…

  13. Michael

    Soll ich lachen oder weinen? Ich fühlte mich gerade wie durch eine Zeitmaschine gedreht, weil eine Woche Action in 5 Minuten zu lesen ist ganz schön heftig. Da wünsche ich euch für Oktober mal alles Gute für den zweiten Anlauf :-).

    LG
    Michael

  14. Janett

    Ich glaube… Ich währe in mich zusammengesunken und hätte geheult. Da glaubt man man denkt an alles und dann das. Der Inhalt meiner Albträume. Freuen auf den Urlaub und dann PÄNG! Doch nix. Wie fies. Und das nur, weil man auf dem Foto nicht lachen darf.. Boaah. Was eine Pannengeschichte angeht, so kann ich nur von meinem aktuellsten Erlebnis berichten. Wir standen vergangen Freitag in Ungarn am Bahnhof. Pünktlich ohne Ende. Aber leider am falschen Gleis. Und merkten unseren Fopard erst 3 Minuten vor Abfahrt. Dann lauf mal einen gefühlten Kilometer in der Zeit mit Gepäck. Det war nicht zu schaffen und der Zug weg. Glück im Unglück hatten wir kein Sparticket gebucht. Also einfach in den nächsten Zug und dann ne halbe stunde später und eine Stunde länger gefahren. Ihr hattet ja auch Glück im Unglück. In Dänemark war ich auch noch nie. Aber mal schauen, irgendwann verschlägt es mich da sicherlich auch noch hin…

  15. anneli

    Mit meinem alten “grauen Lappen” Mietwagen in den USA, Australien und NZL bekommen. Das alles in den letzten drei Jahren. Ebenfalls viele Reisen in Asien unternommen, da in China wohnhaft. Alles problemlos mit dem deutschen Pass, da ist man verwöhnt und wird leichtsinnig.
    Letztes Weihnachten kurzentschlossen ein Hotel in Hanoi gebucht. Zwei Tage vor Abreise rede ich beider Happy Hour mit einer (ebenfalls vielgereisten) Freundin über die kurz bevorstehend Reise. Habt Ihr auch ein Visum? Nö, gibts bei der Ankunft in Hanoi. Ohne Visum braucht man aber eine Einladung von einem zugelassenen Reisebüro in Vietnam, sonst geht es nicht!!! Ach Du Schreck, es ist Spätabend Donnerstag, Samstag geht unser Flug. Niemand ist mehr in Vietnam erreichbar, dank der Zeitverschiebung aber die vietnamesische Botschaft in Berlin. Auskunft: Keine Einladung, kein Visum = keine Einreise. Bearbeitungszeit 3 – 5 Tage. Zum Glück gibts in Pudong ein vietnam. Konsulat. und wir haben auch noch zwei Fotos (schon was älter!!!!). Am nächsten Morgen begebe ich mich auf die lange Reise zum Konsulat und bekomme tatsächlich nach Bitten, Betteln und viel Geld (!) am späten Nachmittag unsere Visa. Der Stein von unserem Herz fiel uns schwer auf die Füsse!!! Im Hotel in Hanoi: upgrade vom billigsten gebuchten Zimmer o. Frühstück, in die Business-Etage mit Frühstück a la carte, free tea, coffee and cake am Nachmittag und snacks und free drinks am Abend. Das ganze für 6 Tage!!! Es war ein toller Kurzurlaub in einem sehr schönen Hotel in einer faszinierenden Stadt!

  16. Martha Flug

    Oh je,

    dass war ja total ärgerlich, das tut mir echt leid! Eine befreundete Familie hatte ähnliche Probleme gehabt, man muss ja echt auf alles vorbereitet sein!

    P.S. Toller Blog, besuche ihn immer wieder gerne :-)

  17. Dennis

    Oh, verdammt ärgerlich das ganze. Wir hatten bei unserer letzter Reise nur ein mal das Pech auf einem Inlandsflug fast nicht mitgenommen zu werden. Weil ich den Online Check-In vergessen hatte, standen wir am frühen Morgen am Flughafen und es hieß die Maschine sei voll. Blöd vor allen Dingen weil wir am Ankunfts-Flughafen einen Mietwagen abholen und anschließend noch 6 Stunden Fahrt vor uns hatten. Ich war dann auch schon dabei ein Hotel vor Ort zu suchen und alles weitere umzubuchen, da hieß es fünf Minuten vor dem Start, dass drei bereits eingecheckte Passagiere noch nicht da wären und so durften wir in allerletzter Sekunde doch noch mit.

  18. Zypresse

    Oh ne, was ein Sch$&#*!Und was ein Glück, dass Du so verständnisvolle Kinder hast!

    Unsere größte Reisepanne? Am Eröffnungstag (27.03.2008) des Terminal 5 über Heathrow nach Kapstadt fliegen zu wollen. BA “verlor” unser Gepäck und vor allem: den Rollstuhl meines Mannes.

    Der Behindertenservice in Heathrow kannte sich nicht aus und ließ uns nach 45 Minuten mitten im Gebäude stehen mit der Bemerkung: “nearly one hour is enough for one passenger”, verantwortliches Personal von BA war nicht aufzutreiben und und und

    Im Ergebnis: kein Urlaub in Südafrika, Gepäck und Rollstuhl kamen erst nach etwa drei Wochen wieder bei uns zu Hause an und mit BA haben wir noch Monate gezankt, um zumindest den Flugpreis erstattet zu bekommen.

  19. Cornelia Lohs

    Auch wen man den richtigen Pass, aber den angeblich falschen Namen hat, gibt es Ärger. Ich stand mit meinem damals 8-jährigen Sohn am Einreiseschalter am Flughafen in Los Angeles. Er hatte seinen eigenen Pass (damals galten noch die normalen Kinderpässe), zudem war er in meinem Pass eingetragen. Die Beamtin schaute in die Pässe und fragte “Is this your son?” Ich war verdutzt. Steht doch im Pass, außerdem sieht man doch die Ähnlichkeit, antwortete ich. Sie störte sich daran, dass ich einen Doppelnamen hatte, bei meinem Sohn im Pass jedoch nur ein Nachname angegeben war. Als ich darauf hinwies, dass das Geburtsdatum meines Sohnes in meinem Pass mit dem in seinem Kinderpass übereinstimmte und er ja allein schon deshalb mein Sohn sein müsste, fragte sie ihn “Is this your mother?” Mein Sohn sprach damals noch kein Englisch, war müde von dem langen Flug und sagte natürlich nichts. “I can’t let you into the country until it is clear that this is your son!” Im Geiste sah ich uns schon zurückfliegen. Ich flehte meinen Sohn an, doch bitte “yes” zu sagen, aber er bockte. Die gute Frau fragte ihn eine halbe Stunde lang. Endlich nickte er mit dem Kopf und wir durften einreisen. Auf unserer nächsten USA-Riese nahm ich vorsichtshalber eine Geburtsurkunde mit aus der hervorging, dass die Frau mit Doppelnamen tatsächlich die Mutter des Kindes ohne Doppelnamen ist.

    1. Heike Kaufhold

      @Cornelia: Verrückt. Wir haben verdammt viel gemeinsam. Genau das ist mir auch passiert denn ich habe (leider) einen ganz anderen Namen wie meine Kinder. Und schlauerweise hatte ich die ‘Erlaubnis’ mit meinen eigenen Kindern verreisen zu dürfen auf dem Weg nach London in den Koffer gepackt. Weswegen mein Sohn auch beiseite genommen wurde ob er mit mir verreisen WOLLE. Zum Glück spielte er mit. Haha. In Tel Aviv neulich das gleiche sogar auf dem Rückweg. Ging aber gut obwohl das Schreiben nur auf deutsch war. Das kotzt mich vielleicht an, ganz ehrlich. :D Wenn der Kurze dann noch bockt, haste aber die Kacke am Dampfen…

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