Fahrstunden im Schnee und warum jeder Autofahrer ein Fahrtraining machen sollte

„Wie gut kannst du eigentlich Auto fahren? Ach, Du fährst seit 20 Jahren unfallfrei? Bist du sicher, dass du wirklich GUT fährst, oder weichen dir im Straßenverkehr vielleicht alle anderen Autofahrer aus weil du so SCHLECHT fährst?“

Die Begrüßung der Instruktoren zum Start meines Fahrtrainings mit Audi in Österreich sitzt. Gemeint bin nicht direkt ich, die Ansprache richtet sich an alle teilnehmenden Blogger. Denn insgeheim sind wir ja wohl alle davon überzeugt, vorausschauend und vorbereitet im Straßenverkehr unterwegs zu sein und den eigenen Wagen gut im Griff zu haben. Aber das langjährige, unfallfreie fahren reicht zur Einschätzung der eigenen Fahrkünste nicht aus. Denn:

„Gefahrensituationen muss man üben, sonst weiß man nicht, ob man sie meistern kann“ sagt Instruktor Uwe Fricker gleich zu Beginn und macht damit einen Punkt klar: ein Fahrtraining sollte jeder einmal gemacht haben – zur eigenen Sicherheit und der, der anderen.

Und genau deswegen waren wir hier. Auf Einladung von Audi nahm ich an einem Aufbaufahrtraining im Schnee teil. Das bedeutete: Wir hatten einen Tag lang Zeit, um mit 2 Instruktoren, 20 Leuten und 10 Audi quattro auf einer riesigen Eisfläche Lenkslalom, Unter- und Übersteuern, ABS-Gefahrenbremsung sowie das Ausweichen zu üben um am Ende möglichst schnell und fehlerfrei auf Zeit durch einen Parcours zu fahren.

Audi_Drivingexperience002

Wir Teilnehmer rutschten deutlich mehr auf der spiegelglatten Eisfläche als die Fahrzeuge, deren Reifen mit Spikes bestückt waren. 5 rote Audi S4 Avant 3.0 mit je 333 PS und 5 schwarze Audi A8 4.0 mit je 435 PS standen uns zur Verfügung. Während anfangs die Assistenzsysteme aktiviert waren, wurden die elektronischen Helferlein im Laufe des Trainings deaktiviert.

Audi_Drivingexperience009

Audi_Drivingexperience007

Ich gebe offen zu, dass ich schon am Vorabend meine Schwierigkeiten hatte, die theoretischen Ausführungen des Unter- und Übersteuerns im Kopf in die Tat umzusetzen. Es war in etwa so, als würde jemand wiederholt versuchen, mir die Abseitsregel zu erklären. Vor Ort in Seefeld ging es dann bei den ersten Driftversuchen deutlich besser.

Den Parcours absolvierte ich zu Abschluss immerhin als 4. schnellste. Wenn, ja wenn ich nicht ein doofes Hütchen mitgenommen hätte und die gandenlosen Instruktoren mich daher von der Wertung streichen mussten. Hihi.  Und wenn der Bordcomputer des A8 am Ende des Tages einen Verbrauch von 36.9 l pro 100 km anzeigt, hat man alles richtig gemacht eindeutig eine Menge Spaß gehabt!

Audi_Drivingexperience004

Audi_Drivingexperience003

Audi_Drivingexperience010

Ich möchte euch noch einige Denkanstöße geben, warum ich der Meinung bin, dass jeder einmal – natürlich angepasst an das jeweilige Budget – ein Fahrtraining absolvieren sollte.

Nicht nur für Newbies

Ein Fahrtraining richtet sich NICHT speziell an Fahranfänger. Es ist ein Irrglaube, dass nur Führerscheinneulinge eines absolvieren sollten um dort mehr Sicherheit zu erlangen oder Senioren um am Ball zu bleiben.

Gefahrensituationen erproben

Nur selten kommt es im Alltag glücklicherweise zu echten Gefahrensituationen. Der Haken daran ist: die meisten wissen nicht, wie sie im Ernstfall auf auftauchende Hindernisse oder ein rutschen im Schnee reagieren. Das richtige Verhalten im Ernstfall sollte geübt und verinnerlicht werden.  Schon die richtige Sitzposition kann dafür sorgen, dass man an einem Unfall noch einmal vorbei schrappt.

Der Spaßfaktor

Ein Fahrtraining macht brutal viel Spaß! Ich meine, wann hat man schon mal die Gelegenheit, richtige Vollbremsungen hinzulegen, driften zu üben oder Slalom zu fahren?

Vertrauen in das eigene Fahrzeug

Ein Fahrtraining bietet die Gelegenheit, euren Wagen richtig kennen zu lernen – oder mit einem eurer Lieblingsfahrzeuge Extremsituationen zu erleben. Zwar ist es durchaus sinnvoll, solche Trainings im eigenen Wagen zu absolvieren, aber am Ende hat man im fremden Auto den gleichen Lerneffekt: man weiß, wie man in Gefahrensituationen reagieren muss. Und so bieten die Autohersteller für Fans der jeweiligen Marke sogenannte Driving Experiences an. Nicht günstig, aber man hat zusätzlich zum Training die Gelegenheit, die Topmodelle zu fahren oder die, in denen man schon längst einmal sitzen wollte.

Es muss nicht teuer sein

„Ein Fahrtraining ist mir zu teuer“ lasse ich nicht gelten. Solche Trainings sind buchbar in allen Preiskategorien. Logischerweise machen manche mehr Spaß als andere – aber am Ende erfüllen sie alle den gleichen Zweck: ihr bekommt die Gelegenheit, euch in simulierte Gefahrensituationen zu begeben und ihr lernt, darauf richtig zu reagieren. Die Teilnahme bei einem Training des ADAC zum Beispiel sollte für die meisten finanziell machbar sein. Wer mehr Budget zur Verfügung hat, hat natürlich deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten und mit großer Wahrscheinlichkeit auch mehr Spaß beim lernen und fahren.

Starke Unterschiede gibt es in der Professionalität solcher Fahrtrainings. Daher versucht bei der Anmeldung auf ein paar Punkte zu achten:

  • in welchen Fahrzeug trainiere ich/möchte ich gerne trainieren?
  • wie groß ist die Gruppe?
  • wie viele Fahrzeuge sind im Einsatz?
  • wie kommunizieren ich mit dem Instruktor? Sind Walkie Talkies in den Fahrzeugen, die eine direkte Kritik bzw Kommunikation, ein direktes eingreifen der Instruktoren in meine Fahrt ermöglichen? So kann ich noch während der Fahrt das Gesagte umsetzen und auf Kritik reagieren.
  • wie viel Zeit verbringe ich wirklich beim Fahrtraining/im Auto?

Der Preis für ein eintägiges Fahrtraining im Rahmen der Audi Driving Experiences ohne Übernachtung liegt bei ca. 450 € pro Person. Junge Fahrer bis 25 zahlen 290 €. Ein Preis, den man sicherlich nicht leichtfertig bezahlt, dafür aber bleibende Erinnerungen mitnimmt und eine große Portion Fahrsicherheit. Darüber hinaus ist die finanzielle Grenze nach oben aber offen: von einem Driftraining, über eine mehrtägige Ice-Experience bis hin zu einem individuell zugeschnittenen Programm.

Weitere Berichte über das Aufbautraining und den genauen Ablauf findet ihr hier:

Ice Action our im Grenzbereich

Fahrspaß auf Eis

Bildergalerie Aufbautraining Seefeld von Lisa

Guten Rutsch – ein Post von Thomas im Audi-Blog

Fahrschule auf dem Eis

Eiskalt – Audi Driving Experience von Björn

Audi Driving Experience von Fabian

Von Eisprinzessinnen und Schneekönigen von Kai

und aus der Sicht von Camillo.

Audi hat mich zum Fahrtraining nach Seefeld eingeladen.

10 Kommentare

  1. vielweib

    Word! Ich hab auch schon an Fahrertrainings teilgenommen. Es war gut an die eigenen Grenzen zu gehen und mal auszuprobieren, was wäre wenn…
    Neben einer Menge Spaß bleibt auch viel hängen. Kommt man mal selbst in brenzliche Situationen, bleibt nicht viel Zwit zu denken, da schaltet man auf Autopilot.
    Kann ebenfalls nur empfehlen, solche Trainings zu besuchen. Ich könnte auch mal wieder 😉

  2. Julia

    Dieser Artikel ist ein sehr guter Anstoß einmal über den Winter und das Autofahren nach zu denken. Lebendige Fotos und Spaß war auch dabei. Sehr schön gemacht.

    Viele liebe Grüße
    Julia

  3. Jan Weber

    Der Artikel ist wirklich gut geschrieben. Mein letztes Training unter Aufsicht ist schon 5 Jahre her und war von meinem Arbeitgeber vorgeschrieben. Tatsächlich habe ich wieder Lust auf ein solches Event. Ich kann mir gut vorstellen, dass es besonders auf Schnee und Eis Spaß macht!

    Besten Gruß,
    Jan

Dein Kommentar