Roadtrip ins Erzgebirge – so geht sächsisch auch

Wie geht eigentlich ‘sächsisch’? Können die Sachsen wirklich nur laut brüllen, Flüchtlinge verängstigen, verbal attackieren und vertreiben? Solche Schlagzeilen beherrschen seit Monaten die Nachrichten. Das Image des Bundeslandes ist angekratzt. Im letzten Jahr hatte ich meine geplante Reise nach Sachsen mit den Kindern abgesagt, in der ich euch eigentlich das Land auf meine Art vorstellen wollte. Aber nachdem ich tagelang voller Unglaube vor dem Fernseher sass und verfolgte, wie ein wütender Mob auf der Straße tobte, sah ich mich nicht in der Lage dazu. Über kurzweilige Aktivitäten in einem Bundesland berichten – in dem ich noch nie zuvor war – zu einer Zeit, in der so etwas wie die Ausschreitungen in Heidenau geschehen können? Im Sommer 2015 schien es mir nicht möglich. Ja, ein Teil von mir wollte gar nicht hin.

Jetzt ist es an der Zeit und ich fahre los. Weil ich sicher bin, dass es viel mehr in Sachsen gibt als Pegida, Afd-Anhänger und Fremdenfeindlichkeit und dass es wichtig ist, ein Stück dieser Normalität zu zeigen, ein Sachsen, wie es auch sein kann, wenn es nicht die Schlagzeilen beherrscht. Das verliert man so schnell aus den Augen. Meine beiden beurlaubten Jungs und ich werden also 3 Nächte in Sachsen verbringen und auf den Spuren der Silberstrasse, der Geschichte der Bergwerke und des Erzgebirges wandeln. Auf unserem Plan steht die Besichtigung eines Bergbaumuseum, die Einfahrt in ein Bergwerk und die ‘Auffahrt’ mit der Fichtelbergbahn in die höchstgelegene Stadt Deutschlands – es geht nach Oberwiesenthal.

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© SDG mbH – Fichtelbergbahn auf dem Hüttenbachviadukt Oberwiesenthal

Wir legen also einen entspannten 4 Tage dauernden Roadtrip hin. Stationen der Reise sind: die Silberstadt Freiberg, mit offenbar einem der schönsten Marktplätze Deutschlands und dem ältesten Lehrbergwerk der Welt. Die Bergstadt Annaberg-Buchholz, geprägt von Handwerkskünsten und auch dem Andenken an Rechenmeister Adam Ries (die Jungs werden sich freuen) und Olbernhau, die Stadt der sieben Täler, gelegen direkt an der Grenze zu Tschechien. Wie immer werde ich von unterwegs viele Updates senden, vor allem auf meinem Instagram Kanal.

Die Reise ist Teil der Kampagne So geht sächsisch.

 

9 Kommentare

  1. Janett

    Das klingt nach einem coolen Programm. Ich war letztes Jahr zwei mal in Sachsen und habe dort nur positive Erfahrungen gemacht. Schade das der Ruf des Ostens derzeit so in Mitleidenschaft gezogen wird. Ich bin gespannt, was für Erfahrungen du dort machen wirst :D

  2. Daniela

    Dann wünsche ich Dir vier tolle Entdecker Tage. Du wirst bestimmt einiges entdecken was Die gefällt, der Marktplatz in Freiberg ist wirklich wunderschön.
    Viel Spass
    Daniela

  3. Tom

    Ich bin sehr oft und sehr gerne in Sachsen. Zum wandern, Schlösser erobern, abschalten. Im Winter steht stehts eine Fahrt mit der Fichtelbergbahn auf dem Programm. Sachsen hat sehr viele schöne Ecken und die liebenswertesten Menschen, die mir je begegnet sind.

  4. Marc

    Oh, da bin ich gespannt. Sachsen steht bei mir auch schon lange auf der Todo. Und Afd, Pegida und Co… Ich glaube an das Gute im Menschen und hoffe inständig, dass das wirklich nur ein kleine Minderheit ist, der man zu viel Raum in den Medien einräumt.

    Viel Spaß!

  5. David

    Wir haben es so schön “vor der Haustür”. Sage ich gern immer wieder (auch wenn ich selbst mit Familie eher zu Fernreisen neige). Dennoch: Sachsen ist schön und sollte touristisch nicht unter den Pegidas dieser Welt leider dürfen… Umso besser, wenn Blogger und Andere positiv berichten können. Ich hoffe Du kannst das dann am Ende auch ;)

    Liebe Grüße
    David

  6. Ines

    Ich bin gespannt, wie es Dir gefallen hat. Sachsen kann dringend etwas positive Berichterstattung gebrauchen. Wir sind jedes Mal ziemlich begeistert, v.a. von der Sächsischen Schweiz, Dresden, Meißen … und auch von den netten Sachsen selbst. Ich kann gar nicht verstehen, woher diese ganzen lauten Knallköppe kommen. Liebe Grüße, Ines

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