Streetfotografie: der Großmarkt von Málaga

Street? Ja Street. Zumindest für mich. Ich bin der Meinung, Streetfotos müssen nicht unbedingt draussen entstehen. Deswegen habe ich meine Bilder mal in diese Kategorie geschoben. Für mich sind es nicht einfach Doku-Fotos vom Großmarkt sondern kurze Momente aus dem Alltag der fotografierten Personen. Jedes Bild erzählt eine kleine Geschichte.

Großmärkte faszinieren mich. Ich könnte Stunden dort verbringen um das Treiben zu beobachten. Am liebsten ab den frühen Morgenstunden. Wenn da das Problem mit dem zeitigen Aufstehen nicht wäre. Bei meiner Recherche zum Málaga-Trip wurde klar, dass ich irgendwann irgendwie Zeit finden musste für einen Abstecher zum ‚Atarazanas‘. Der Markt ‚Atarazanas‘ ist in einer antiken Markthalle untergebracht. Das Dach besteht aus einem Metall Skelett, die großen Fenster sind verziert mit allerelei Booten und Fischereiabbildungen. Gebaut wurde die Martkhalle 1876 bis 1897 auf den Ruinen einer alten Schiffswerft. Früher konnte man von hier aus das Meer noch sehen.

Heute gibt es hier unglaublich viel und natürlich sehr frischen Fisch zu guten Kilo-Preisen, aber auch Fleisch, viele Obst- und Gemüsehändler und Bäcker. Ich habe einen Stand gesehen, der die tollsten Gewürze für spanische Gerichte verkaufte.

Ich habe es erst an meinem letzten Tag in Málaga auf den Großmarkt geschafft. Relativ früh am Morgen. Nach einem leckeren Frühstück im Hotel. Was gut war. Ich glaube, auf leeren Magen hätte ich das nicht gepackt. Ich bin eigentlich nicht zimperlich. Und finde den Anblick von so vielen toten Fischen oder Krustentiere nicht abstoßend sondern interessant. Aber bei manchen Aktionen der Fischhändler war es wie früher als ich klein war und ‚der weiße Hai‘ guckte. Hände vor die Augen schlagen aber immer zwischendurchspinsen um nix zu verpassen.

Aber so ist es eben auf Märkten, vor allem im Süden. Wenige Stunden zuvor haben die Fische wahrscheinlich noch im Meer geschwommen und nichts böses geahnt. Damit alles frisch bleibt streuen die Händler immer wieder gecrushtes Eis drüber. Das führt dazu, dass es stellenweise recht feucht ist auf dem Boden. Der Fisch wird auch mal direkt vor Ort aufgeschnitten und auf Wunsch der Kunden ausgenommen.

Bei der Bearbeitung meiner Fotos vom Großmarkt habe ich den Bildern einen leicht industriellen Charme verliehen. Einfach weil diese alte Halle sich so anfühlte. Also nicht wundern wenn manche Bilder grau-bläulich sind. Das war so gewollt.

Dieses erste Bild hat mich im Nachhinein echt umgehauen. Ich finde es krass. Vielleicht unheimlich. Angsteinflössend. Die wirre Frisur. Und wenn man genau hinsieht kann man noch den Fischschleim erkennen, der von den Fingern tropft. Die Augen zusammengekniffen. Aber es zeugt auch von der harten Arbeit, die die Fischverkäufer jeden Tag verrichten müssen. Der riesige Fisch auf der Waage fällt da kaum auf.

Für mich sind einige schöne Street Fotos dabei – was meint ihr?

Eine Ärztin mit Blutdruckmessgerät wartet auf Notfälle. Und liest einen Thriller von Mary Higgings Clark.

Was mein Equipment angeht hatte ich aus den letzten Tagen in Málaga gelernt und mir meine Nikon D 7000 direkt umgehangen, bestückt mit dem 35mm f 1.8 Objektiv und meiner neuen, kleinen Vaude Tasche, die ich durch den ganz Málaga und den anschliessenden Urlaub geschleppt habe. Dazu ein anderes Mal mehr. Vorher wollte ich mir immer alle Foto-Optionen offenhalten aber bei den Temperaturen dort hat mich das rumgeschleppe nur genervt und behindert. Ich fühlte mich nur mit dem kleinen Objektiv wie befreit und hab die Kamera gar nicht mehr bemerkt.
Zumal ich auf diese Weise etwas unauffälliger über den Markt laufen konnte. Wobei es keine Minute dauerte bis die Fischhändler mich ansprachen, Scherzchen machten. Und sich für das Foto zurecht stellten. Das war was ich NICHT wollte. 😉

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